• noch drei woochen!!!

    hallo ihr lieben,

    hier noch mal das neuste aus peru. bin ja schon fast wieder zu hause. noch drei Wochen. echt verrueckt wie die zeit vergeht...

    naja, also mein projekt in manthoc laeuft momentan auf hochtouren. wir haben mit den kids schon fast fertig gestrichen. Das bloede ist, dass der Fliesenleger nicht so richtig aus den Fuessen kommt. und bis zum Wochenende muss im Prinzip alles fertig sein, weil nico, der zustaendige lehrer dann auf einen lehrgang muss und ich nach arequipa und puno reisen werde...

    der Fliesenleger arbeitet wirklich sehr viel, von morgens 8 bis abends 7 oder 8 uhr aber fuer ihn alleine ist das ganz schoen viel arbeit.
    Naja hoffen wir das er es schafft.
    Die letzte Woche war ganz schoen stressig...
    Am Sonntg rief Nico mich morgens an, ich war grade mit Freunden auf dem Weg zum Strand, er muesste dringend ganz genau wissen, wie viele Pakete Fliesen wir gekauft haben. Eine Nachbarin haette bei der Direktorin der Schule angerufen und gesagt, jemand haette aus der Schule Fliesen geklaut...
    Ich hab dann zu hause angerufen, die haben die rechnung rausgekramt, usw.. am Ende fehlte nichts. aber ganz schoen viel aufregung fuer einen sonntag morgen!!!
    vorgestern ist dann in Manthoc im Schulgebaude meine Kamera verschwunden. Ich hatte sie mit um die Arbeit zu dokumentieren. Waehrend der Arbeit lag sie im Nebenraum.
    Im Prinzip gibt es nur zwei Schueler die es gewesen sein koennen aber wir koennen ihnen leider nichts nachweisen. es gab einige gespraeche mit den kids. wir sind nun so verblieben, dass der Dieb die Kamera bis montag an einem best. Ort unerkannt ablegen kann.
    Wenn das nicht geschieht wird mir eine neue Kamera gekauft.
    Das Bloede sind natuerlich die Bilder, die auf der Kamera drauf waren und jetzt verschwunden sind...
    Also ihr seht, es ist ganz schoen was los in dieser Gegend... man muss in jeder Sekunde auf seine Sachen aufpassen.
    hab euch auch noch nix von meiner reise in den Regenwald erzaehlt. das heisst ich hab einmal was geschrieben aber mein freund der computer hat es mir freundlicherweise vor dem abschicken geloescht. gggrrrrrrrr!!!
    also ich war mit meiner Freundin Taylin fuer drei Tage in Tarapoto.
    Das ist eine kleine Stadt im grossen gruen. Wir waren in einem sehr sehr schoenen Hotel!!! das war auch nicht ganz billig, aber hat sich gelohnt;-)
    Tarapoto ist noch nicht sehr touristisch, das heisst es gibt wenig restaurants,museen, laeden usw. aber schon zwei ganz gute diskotheken;-) Freitags abends gabs eine schaumparty!!! echt lustig;-)
    naja gut;-)
    am sonntag gehts fuer mich also ab nach arequipa bzw puno. ich fliege alleine, treffe mich aber in puno mit Freunden, die ich in Cusco kennengelernt habe.
    ich kann bei beiden staedten bei verwandten von meiner familie hier wohnen, das ist echt praktisch!!! und vor allem billig;-)
    am 7 feb komme ich dann wieder, und dann hab ich nur noch eine woche!!!

    ok, hoffe es geht euch allen gut!!! wenn nicht sagt bescheid, dann schick ich euch ein bisschen sonne rueber;-)
    gaaaanz liebe gruesse
    eure juuule

  • Sommergruesse aus Peru

    Hey,

    Wird ja hoechste Zeit, dass ich mich noch mal melde.
    Es ist ja schon fast Weihnachten. Ich werde jetzt nur noch die kommende Woche in meinen Projekten arbeiten. Danach bekommen die Kids Ferien.
    Ich bin da ein bisschen traurig drueber, weil die Ferien bis Maerz dauern.
    Das heisst, dass das jetzt schon so eine Art Abschluss ist. Besonders im Falle von Manthoc tut mir das leid, weil ich dort noch sehr viel lernen koennte, und umgekehrt den Jugendlichen auch noch ein bisschen was beibringen koennte.
    Ich werde versuchen etwas zu organisieren, dass ich vielleicht hin und wieder das Heim besuchen kann, wo die meisten wohnen.
    Fuer die meisten sind die Ferien naemlich ziemlich langweilig. Sie wissen einfach nichts mit sich anzufangen und es ist schwierig sie fuer etwas zu begeistern.

    Dass mir der Abschied von den Projekten schwer faellt, beweist aber ja letztendlich, wie viel Spass mir die Arbeit gemacht.

    Am 16. Dezember werde ich mit drei peruanischen Freundinnen nach Cusco reisen. Das wird bestimmt toll. Bin ziemlich gespannt auf die Stadt und natuerlich auf Machu Picchu.
    Am 22. werden wir zurueckkommen.

    Dann werde ich mit meiner Familie Weihnachten feiern. Dem sehe ich mit gemischten Gefuehlen entgegen, weil kuerzlich die Oma gestorben ist, die hier bei uns mit im Haus gewohnt hat. Momentan ist daher eher noch Trauerstimmung angesagt. Ich habe auch von Freunden Angebote bekommen, in ihrem Haus Weihnachten zu feiern, aber da hab ich ein schlechtes Gefuehl meiner Familie gegenueber... Mal sehen wie sich die Dinge entwickeln. Heute hab ich immerhin schon mal Lebkuchen gebacken. Meine Familie war ganz begeistert. Lebkuchen gibts hier naemlich nicht.
    Ich finds auch total komisch, dass Weihnachten im Sommer ist. Ich bin dieses Jahr absolut nicht in Adventsstimmung, weil es einfach viel zu warm fuer Weihnachten ist....

    Silvester werde ich dann auch in Lima feiern. Anfang Januar werde ich nach Trujillo und Chiclayo im Norden Perus reisen, und Anfang Februar nach Arequipa, wenn alles klappt.
    Die restliche Zeit die ich hier in Lima bin, werde ich dann wohl an meinem Projekt in Manthoc arbeiten. Ich hoffe, dass wir im Januar das Grobe der Umbauarbeiten der Baeckerei-Werkstatt schaffen.
    Letzten Donnerstag war ein Gutachter da, und meinte, man wuerde etwa einen Monat fuer die Renovierung benoetigen.
    An dieser Stelle danke ich auch schon mal ganz herzlich allen, die mein Projekt bislang unterstuetzt haben. Ich hab mich wie verrueckt gefreut, dass wir jetzt schon so weit sind, dass wir beginnen koennen.

    Fuer den Ofen und weitere Geraete fehlt aber noch eine Menge Geld.
    Also fuehlt euch alle, die ihr euch noch nicht aufgerappelt habt, motiviert, damit unsere frisch renovierte Baeckerei, am Ende nicht leer da steht!!!

    Ich bin mir ganz sicher, dass das eine fantastische Sache wird!!!
    Vielen Dank fuer eure Freundschaft und eure Hilfsbereitschaft, mir und der dritten Welt gegenueber!!!

    Ich wuensche euch noch einen schoenen Advent, und natuerlich ein frohes Weihnachtsfest!!! Ganz liebe Gruesse!

    Bis bald :D Julia

  • Mein Projekt

    Hallo ihr Lieben

    Wie einige von euch vielleicht gesehen haben, gab es einen Artikel ueber mich und meine Arbeit in der Rundschau. Ich hab mich ein bisschen geaergert, dass von dem Artikel, den ich urspruenglich verfasst habe, nicht besonders viel uebrig geblieben ist.

    Es ist in der Tat so, dass mich me Arbeit in Manthoc emotional sehr beruehrt, weil ich dort Dinge erlebe, dich ich mir vorher niemals so vorgestellt haette. Die Kinder bzw. Jugendlichen (zwischen 13 und 17 Jahren) lesen z.B. wie bei uns die Kinder in der ersten Klasse. Auch von Geographie haben sie keinen blassen Schimmer. Ich hab ihnen mal eine Weltkarte mitgebracht und sie hatten keine Ahnung, wo sie ihr Land finden. In Mathematik sind sie inzwischen beim schriftlichen dividieren angekommen...

    Das Projekt, das ich unterstuetzen will betrifft die "Baeckerei-Werkstatt" der Schule. Darin findet praktischer Unterricht, fuer einen Teil der Schueler statt. Die Produkte werden in der Strasse verkauft, der Erloes kommt der Schule zu Gute. Trotzdem fehlt es finanziell an allen Ecken und Enden... Die Raeumlichkeiten sind schlecht erhalten, das Lehrerpersonal besteht zum Teil aus unausgebildeten, freiwilligen Helfern, usw.
    Die Baeckerei soll umgebaut und vergroessert werden, um mehr produzieren zu koennen. Dafuer ist vor allem der Kauf eines neuen und groesseren Ofens notwendig.

    Mit diesem Projekt koennte man der Schule dauerhaft helfen und ihren Standard wahrscheinlich wesentlich verbessern.

    Jeder, der sich motiviert fuehlt, kann mein Projekt ueber die Peru-Hilfe Uedelhoven, unter dem Stichwort "Julia", unterstuetzen.

    Ganz liebe Gruesse
    Julia ;D

  • gleiche Informationen

    findet ihr auch unter http://www.jule-in-peru.de
    jedoch ohne Fotos

  • title-3276685

    Hallo ihr lieben Freunde,Verwandten und andere Besucher!!!

    Ich moechte euch dringend noch ein bisschen aus meinem Projekt in Manthoc erzaehlen.
    Dass ich dieses Projekt gefunden habe, bedeutet mir sehr viel, weil ich zum ersten Mal wirklich intensiv mit Kindern und Jugendlichen arbeite, die alle aus sehr armen Verhaeltnissen kommen.
    Vom ersten Tag an habe ich dort, zum einen Dinge erlebt, die mich schockiert und traurig gemacht haben. Auf der anderen Seite habe ich mich riesig gefreut, ueber die Erfolge, die ich bislang schon dort erleben durfte. Was ich dort taeglich erlebe, beruehrt mich sehr und meine Motivation, den Kindern etwas beizubringen, ist gross.

    Manthoc ist eine schulische Einrichtung fuer Kinder und Jugendliche, die keine regulaere schulische Ausbildung machen koennen. Das liegt zum Beispiel daran, dass viele Kinder arbeiten muessen, um ihre Familie zu unterstuetzen. Oft gibt es in den Familien der Kinder gravierende Probleme, wie Alkoholmissbrauch, Gewalt oder sexuellen Missbrauch.
    Ein grosser Teil der Kinder und Jugendlichen mit denen ich arbeite, lebt daher nicht mehr in der Familie, sondern in einer Unterkunft.
    In Manthoc sollen sie zumindest grundlegende Dinge, wie Lesen und Schreiben, grundlegende Mathematik und ein wenig Allgemeinwissen erlernen.
    Da die sozialen Umstaende nicht gerade berauschend sind, ist es vor allem bei den Jugendlichen schwierig, sie zum lernen zu motivieren, weil die meisten resignieren und sich mit ihrem Schicksal der Armut abfinden.
    Dazu kommt, dass die Lehrerin nicht professionell ausgebildet, sondern auch eine freiwillige Helferin ist.

    Als ich zum ersten Mal in die Gruppe kam, erschien mir alles als ein riesiges Chaos. Es war unmoeglich mit der Gruppe als Ganzen zu arbeiten.
    Ich habe aber bald gemerkt, dass man eher eine Chance hat, wenn man sich den Schuelern einzeln zuwendet. Auf diese Weise habe ich Einiges ueber sie und ihre Interessen erfahren.
    In dieser individuellen Weise funktioniert es ganz gut, aber als Gruppe kommt man so natuerlich nicht besonders schnell weiter. Zum Glueck kommt ab naechste Woche eine weitere Voluntaerin dazu. Das macht die Sache hoffentlich noch etwas einfacher.

    Trotz der schwierigen Umstaende, freue ich mich auf jeden Tag, den ich in Manthoc arbeite, weil ich die Kids mit jedem Tag besser kennen lerne und daher auch immer besser mit ihnen arbeiten kann. Ausserdem bekommt man unheimlich viel zurueck, wenn sie erst einmal merken, dass man sich wirklich fuer sie interessiert und ihnen Achtung und Zuwendung entgegenbringt.

    In Manthoc setzt man sich sehr fuer die Rechte der Kinder ein. Sie sollen unter wuerdigen Verhaeltnissen arbeiten und vor Gewalt und Missbrauch geschuetzt werden. In Anbetracht des sozialen Milieus ist das keine leichte, aber umso wichtigere Aufgabe.

  • Schwierigkeiten beim Lesen ???

    Schön, dass ihr mal vorbei schaut :wave:
    wenn ihr links oben auf die schwächer gedruckten hinweis: "von die jule in peru" geht, öffnet sich eine neue Seite 8|, dort findet ihr unter Medien auch meine ersten Fotos! :zz:

  • Einmalige Erfahrungen....

    06.11.07
    Ich hab heute einen sehr guten Tag gehabt!!!
    Ich hab bei den Jungs von Manthoc langsam einen Stein im Brett.
    Man muß erst mal verstehen, warum die Jugendlichen so sind wie sie sind: keine Perspektive - also wofür lernen. Heute sind nur sehr wenige gekommen, aber das ist gut zum arbeiten. Ich hab` die meiste Zeit mit Juan Carlos gelernt, ihm hatte ich eine Sportzeitung mitgebracht. Wir haben zuerst ein bisschen darin gelesen. Das Bloede ist nur, dass die so klein gedruckt sind... Da hatte er irgendwann keine Lust mehr...
    Danach habe ich mit ihm eine Landkarte von Lateinamerika ausgemalt. Währenddessen konnte ich ihn immer nach Hauptstaedten, Nachbarlaendern, Fluessen usw. fragen.
    Das war schon toll, Juan Carlos hatte vorher nicht wirklich `ne Vorstellung davon, obwohl er mindestens sechzehn ist...
    Danach konnte ich ihn auch noch für ein Blatt Matheaufgaben gewinnen. Ich habe mittlerweile zu einigen ein freundschaftliches Verhaeltnis aufgebaut und einige wollen auch wirklich was lernen.
    Ich kann mir kaum eine bessere Arbeit fuer mich vorstellen...
    Die Lehrerin Angelika konnte in der Zeit mit denen arbeiten, die noch nicht lesen koennen. Für sie war es auch mal eine Erleichterung mit weniger Schülern eben intensiver zu arbeiten.
    Ich freu mich riesig darueber!!! Hoffe, dass das so weiter geht!!!

    07.11

    Heute war’s nicht ganz so spektakulaer... Ich war heute in Adoratrices. Das ist es immer nett, weil die Kinder ja echt suess sind und weil ich mich so gut mit den Leuten verstehe, aber die Arbeit in Manthoc ist mit irgendwie wichtiger. Ich denke ich werde versuchen, dass ich nur noch einmal pro Woche dorthin fahre... Das ist ja auch immer so viel Fahrzeit... Zurueck fahre ich locker 1.5 Stunden... Tut mit schon leid, aber "asi es la vida..."
    Morgen werde ich in Manthoc auch mit Nico ueber das Projekt mit dem Ofen sprechen, bin mal gespannt... ich bin ja momentan so motiviert!!!!
    Eigentlich wollte ich ja das Spendengeld für die Baumaßnahmen anbieten, aber nun ist der einzige Backofen in der Schule kaputt gegangen und die Kinder können nun kein Backwerk mehr am Nachmittag verkaufen. Diese Kinder und Jugendlichen besuchen die Schule, weil sie im Gegenzug die dort gebackenen Teilchen am Nachmittag auf der Straße verkaufen und so dann doch Geld mit nach Hause bringen.
    Das hier sind schon extreme Gefuehle und krasse Erfahrungen. Ich haette das auch nicht gedacht, aber mit ehrlicher Zuwendung kann man Menschen, wie diese Jugendlichen unheimlich beeindrucken und auch fuer sich gewinnen.

  • 1 Woche Tagebuch

    Hallo Leute

    Liebe Gruesse aus Peru!!!
    Muss mich erst mal entschuldigen, dass ich mich so lange nicht gemeldet hab. Heute hab ich endlich mal Zeit und Ruhe dafuer, weil heute die gesamte Bevoelkerung (bis auf einige Ausnahmen) zu Hause bleiben muss. Diesen Sonntag wird die peruanische Bevoelkerung gezaehlt.
    Im Laufe des Tages wird irgendjemand vorbeikommen und eine Menge Fragen, vor allem zum Lebensstandard, stellen. Damit werden eine Menge Statistiken aufgestellt, die dabei helfen sollen politische Massnahmen zielgenauer zu ergreifen. Das ist natuerlich eine sinnvolle Sache, aber dass man nicht raus darf ist schon ein bisschen seltsam... Es sind natuerlich alle Geschaefte zu, kein Verkehr, und ausser patroullierenden Polizisten und den Leuten, die in die Haueser gehen, keine Leute auf der Strasse. In ganz Lima!!! Wer sich draussen blicken laesst bekommt wohl ganz schoen Aerger...
    Naja, so viel mal zum heutigen Tag. Ich hoffe, dass das Wetter noch mal so schoen wird wie gestern., langsam haelt doch der Fruehling Einzug.
    Ich hab die letzte Woche fleissig Tagebuch geschrieben, und will euch anhand von einer Woche mal zeigen, wie der Alltag hier aussieht. Wobei sich fuer mich immer noch kein Alltag eingestellt hat. Ich hab letzte Woche erst ein weiteres Projekt angefangen. Die Organisation heisst Manthoc und engagiert sich fuer Kinder, die in der Strasse arbeiten muessen, um sich selbst ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Einrichtung befindet sich in einem ziemlich armen Stadtviertel. Das war fuer mich zu Beginn ein bisschen nervenaufreibend, weil mich meine Freunde und Familie vor der Gegend gewarnt haben. Man sollte eben keine Wertsachen mitnehmen, keinen Schmuck tragen und immer gut aufpassen...
    Die Gegend hat mich schon sehr schockiert. Ueberall liegt Muell in der Strasse, es riecht fies und alles ist irgendwie dreckig... Aber ich war auch diesmal erstaunt, wie schnell man sich an die Dinge gewoehnt. Ich bin jetzt schon vergleichsweise relaxed, wenn ich nach San Juan fahre.
    In Lima gibt es einige schoene Viertel, wie “Miraflores” und “Barranco”. Das sind die Viertel, in denen sich die meisten Touristen aufhalten und ihr Geld lassen. Den ueberwiegenden Teil der Stadt kann man nach unseren Massstaeben aber nicht als schoen bezeichnen. Ich hab natuerlich das Glueck in einer “reichen” Familie zu wohnen, aber ich hab auch schon eines der “jungen Doerfer” am Stadtrand besucht, in denen die arme Bevoelkerung zu Hause ist. Dazu spaeter mehr...
    Noch mal kurz zu der Einrichtung Manthoc. Die Kinder dort sind zwischen sechs und achtzehn Jahren alt und in zwei Gruppen aufgeteilt. Ich werde mich nachmittags mit den zwoelf-achtzehnjaehrigen beschaeftigen. Es geht darum ihnen grundlegende Dinge beizubringen. Die Jugendlichen haben zum Teil nicht mal eine Grundschulausbildung. Das werd ich aber naechste Woche genauer erfahren. Bis jetzt war irgendwie immer was anderes los und wir sind nicht so zum arbeiten gekommen...
    In Manthoc gibt es noch weitere Voluntarios. Das ist natuerlich suuuper =)
    Eine Deutsche, Elisa aus Muenster und eine Franzoesin, Chloé. Sind beide sehr nette Maedels! Naechsten Monat kommt wohl noch eine Italienerin dazu.
    Jetzt muss ich aber langsam mal anfangen...

    Samstag,13.10.07

    Das Wochenende: Samstag morgen hab ich natuerlich erst mal ein bisschen laenger geschlafen. Dann bin ich losgezogen, um mir eine Zeitung und Joghurt fuer’s Fruehstueck zu kaufen. In meiner richtigen Familie in Deutschland gibt es ja Samstags immer ein grosses Fruehstueck. Das vermisse ich hier ein wenig... Es gibt ja fast immer nur eine Sorte Brot und selten Kaese. Da ist ein Obstsalat mit den leckeren Fruechten, die es hier gibt und Joghurt ein ganz gutes Trostpflaster...
    Danach hab ich mit meinen Eltern telefoniert. Darauf freue ich mich immer sehr. Ich hab zum Glueck nicht schwer mit Heimweh zu kaempfen, aber man bleibt natuerlich irgendwie fremd. Fuehlt euch alle mal feste gedrueckt =) Ich vermiss euch auch!!! Ihr mich doch auch, oder =)???
    Gegen Abend bin ich mit Fabiola, einer guten Freundin, in eine Art Kirche fuer Jugendliche gefahren. Das war schon sehr anders, als die Messen, die ich bisher besucht habe. Der Raum gleicht einem Gemeindesaal, es gibt nicht einmal ein Kreuz oder eine Figur. Zu Beginn hat eine Band gespielt. Das war eher die Atmosphaere von einem Rockkonzert, als einer Messe...
    Danach wurde dann eine Bibelstelle gelesen und in Form einer Art Predigt erlaeutert. Das hat mir schon ganz gut gefallen.
    Spaeter bin ich mit Taylin und Adita, einer Freundin auf eine Hausparty von ihren Unileuten gefahren. Das war ganz lustig, weil ich mich ja mitterweile auch relativ gut mit den Leuten unterhalten kann. Da hab ich auch ein bisschen Salsa tanzen gelernt. Das ist aber gar nicht so einfach, ich muesste mal in eine Tanzschule gehen. Es ist nur nicht so einfach einen Partner zu finden, dem ich halbwegs gerade in die Augen schauen kann...

    Sonntag,14.10.07

    Ich hab die Nacht in Taylin’s Haus geschlafen Taylin und ihre Mama sind sehr gastfreundlich.
    Mittags waren wir in einem Steakhaus ziemlich lecker essen. Die reichen Familien gehen Sonntags immer aus essen, weil die Hausangestellten da frei haben, und man hier fuer ziemlich wenig Geld auswaerts essen gehen kann.
    Ich habe ein Steak mit Champignons und Kaese ueberbacken bestellt. Das war schon herrlich, hier in Lima isst man sonst ueberwiegend Haehnchenfleisch.
    Wir sind dannnoch ein bisschen in Miraflores rumgelaufen und ich bin erst gegen Abend zu Hause angekommen.

    Montag, 15.10.07

    Heute haben die Busfahrer gestreikt. Sie wehren sich dagegen, ihre Autos regelmaessig auf Sicherheit ueberpruefen lassen zu muessen. Keine so schoene Vorstellung... aber die Realitaet. Die Leute, die die Busse betreiben haben kein Geld fuer Reparaturen. Wenn die alten Kisten nicht mehr fahren, wird wahrscheinlich unter Bekannten irgendwie was zusammengeflickt...
    Jedenfalls sind heute viele Leute zu spaet zur Arbeit gekommen.
    Fuer mich war das erst mal kein Problem. Ich fahre ja morgens mit meiner Gastmutter Melva zur Arbeit in der Gehoerlosenschule Cpal. Dort hatte ich einen normalen Arbeitstag. Ich hab mit den Kindern Vokabeltraining gemacht, Memory und andere Spiele gespielt.
    Beim Vokabeltraining hat Tomás sich furchtbar aufgeregt, weil er mir nicht glauben wollte, dass ein Glas eben ein Glas ist. Er meinte ein Becher sei ein Glas. Die Kinder haben manchmal falsche Vorstellung von Gegenstaenden und den dazugehoerigen Begriffen...
    Veronica, ein anderes Kind in meiner Gruppe, hat wieder ziemlich viel geweint. Man weiss aber nicht so richtig was sie hat. Von sich aus sagt sie nichts. Wenn man sie fragt, ob ihr was weh tut sagt sie ja, aber wahrscheinlich nur, damit man sich speziell um sie kuemmert.
    An den zwei Beispielen sieht man schon, dass die Kinder ziemlich kompliziert sein koennen.

    Wegen dem Streik konnte ich nicht nach Manthoc fahren. Melva sagte, dass sei zu gefaehrlich, da ich zur Hauptverkehrszeit zurueckfahre und event. keinen Bus finden wuerde.
    Ich hab den Montag nachmittag dann genutzt um Schlaf vom Wochenende nachzuholen=)

    Dienstag, 16.10.07

    Heute bin ich zum ersten Mal von Cpal aus direkt nach Adoratrices (weiteres Projekt) gefahren. Die Fahrtzeit betraegt etwa eine Stunde, auf dem Rueckweg auch mehr... Um nicht so viel Zeit zu verlieren, hab ich Rocio gebeten, ob sie fuer mich mitkocht.
    Mit den Kindern in Adoratrices hab ich mit Knete gespielt. Die Kinder freuen sich sehr ueber solche Dinge, weil es fuer sie etwas Aussergewoehnliches ist.
    Morgens in Cpal, hatte ich ein ziemlich peinliches Erlebnis. Aber ich erzaehl es euch, weil es lustig ist, und bis ich wiederkomme, habt ihr es ja bestimmt vergessen=)
    An unserem Klassenzimmer kamen ein paar Jungs vorbei. Sie hatten wohl faule Eier dabei, es hat jedenfalls ganz schoen gestunken. Die Kinder sagten dann “Das stinkt, das stinkt”. Ich wollte ihnen eigentlich nur zustimmen, hab aber statt “Es stinkt” “Ich stinke” gesagt. Das fanden die natuerlich ziemlich lustig, sind direkt losgelaufen, die Botschaft verkuendend “Julia stinkt”, “Julia stinkt”. Ich durfte dann den irritierten Lehrern erklaeren, dass ich statt “Huelle feo”, “Huello feo” gesagt hatte, was den feinen Unterschied ausmacht...

    Mittwoch, 17.10.07

    In Cpal haben wir uns die Fotos vom Zoo angeschaut, den wir vor den Ferien besucht hatten. Dazu sind wir in den Computerraum gegangen, weil ich die Bilder auf dem USB- Stick hatte. Das war sehr schoen, weil die Bilder sehr viel Gespraechsstoff bieten, die Kinder sich freuen und dem entsprechend viel reden. Leider musste ich frueher gehen, um zu Hause zu essen und anschliessend nach Manthoc zu fahren.
    Die Hinfahrt nach Manthoc war ziemlich nervenaufreibend, weil die Gegend ja ein bisschen gefaehrlich ist, und ich mich noch nicht auskenne. Es war das erste Mal, dass ich alleine hingefahren bin. Hat aber alles funktioniert.
    In Manthoc angekommen, hab ich dann Elisa kennengelernt und bin direkt mit ihr, der Sozialarbeiterin Nilda und einigen Kids zu einem “Hausbesuch” aufgebrochen. Wir sind in einem Kleinbus in das “junge Dorf” von San Juan gefahren.
    Die Strassen dort sind nicht geteert, sie haben tiefe Loecher. Die Haeuser sind eher Huetten, die meisten haben keine Fenster. Wenn man sich vorstellt, dass darin eine ganze Familie zu hause ist...
    Wir steigen auf einen hohen Berg. Die Huette der beiden Kinder liegt ziemlich weit oben. Zum Teil fuehren Treppenstufen nach oben, zum Teil muss man so den Berg rauf krachseln... Oben haben wir ein weitlaeufige Aussicht auf das Viertel, mit lauter Blechhuetten. Ueberall Muell, streunende Hunde, Kinder, die spielen oder teilnahmslos am Strassenrand sitzen. Vor einem Haus sitzt eine Frau und waescht Kleidung auf der Hand. Die Sozialarbeiterin meint, dass es noch relativ schoen hier sei, weil der Wegesrand zum Teil bepflanzt ist. Einige Huetten haben Zaeune oder ein bisschen gruen vor der Tuer.
    Wir betreten das Haus der Kinder. Der Junge schliesst auf. Die Eltern sind beide bei der Arbeit.
    Ich bin zimlich schockiert von dem was ich sehe. Alle schlafen in einem Raum, in zwei Hochbetten. Es gibt nur ein schwaches Licht. Obwohl es Tag ist, ist es ziemlich dunkel in der Huette. Ueberall liegt Kram rum. Alles wirkt irgendwie siffig... Auf dem kleinen Gartentisch liegt trockenes Brot. Die Kinder nehmen sich davon, bieten uns etwas davon an. An der Wand haengen einige Poster von der peruanischen Fussballmannschaft, daneben ein Bild von der Muttergottes.
    Die Sozialarbeiterin fragt den Jungen Einiges. Woher bekommt ihr euer Wasser, wie viele Mahlzeiten am Tag, was arbeiten deine Eltern... Sie hinterlaesst eine Nachricht fuer die Eltern.
    Wir fahren zurueck nach Manthoc. Elisa stellt mich den Schuelern vor, mit denen ich arbeiten werde. Es sind allerdings nur vier von Zwoelfen da. Die uebrigen wurden zum Teil fuer ein paar Tage von der Schule suspendiert, weil sie wohl Mist gebaut haben... Scheint kein leichter Haufen zu sein... Ein Junge, Franco, ist wohl behindert. Zur Begruessung umarmt er mich und will mich gar nicht mehr loslassen. Das ist schon irgendwie schlimm, sich dann loszureissen...
    Von San Juan aus fahre ich dann direkt nach Miraflores, in “meine Welt”, um mich mit Fabiola zu treffen. Der Unterschied zwischen den beiden Vierteln ist enorm, der totale Gegensatz. Mit Fabiola gehe ich in Larcomar, ein Ort an der Kueste, in einem Restaurant zu Abend essen.

    Donnerstag, 18.10.07

    In Cpal war heute ein Fernsehteam. Die Gruenderin der Schule hat vor Kurzem einen wichtigen Orden bekommen. Sie haben auch in unserem Klassenzimmer gefilmt. Ich weiss nicht so genau, ob ich auch drauf bin, vielleicht mal im Hintergrund... Am Sonntag wird es wohl ausgestrahlt=) Anni, die Lehrerin, mit der ich arbeite, hat¨s aber ganz schoen erwischt... sie ist eine Viertelstunde bei der Arbeit gefilmt worden. Das hat ihr gar nicht gepasst, normalerweise scheut sie jedes Foto...
    In Adoratrices ist ein weiteres Kind in die Gruppe gekommen. Ricardo, acht Monate... Weil er ziemlich viel geweint hat, ist die Mutter die meiste Zeit in der Krippe geblieben. Ich hab mich nett mit ihr unterhalten.
    Ausserdem hab ich den Kindern die Tiere (Gummifiguren) gezeigt, die ich fuer sie gekauft habe.
    Sie haben sich gefreut, gefragt, wie die Tiere heissen und mit ihnen gespielt.
    Nach der Arbeit hab ich mich mit Juan Antonio, einem guten Freund getroffen.

    Freitag, 19.10.07

    In Cpal war heute wieder ein normaler, entspannter Tag ohne Presserummel...Wir haben noch mal Fotos vom Zoo geguckt, weil wir am Mittwoch nicht alle geschafft hatten. Zur Zeit schaut Carla bei uns zu. Sie studiert Erziehung und kommt an drei Tagen morgens fuer ein paar Stunden.
    In Manthoc wurde heute der Geburtstag der Hausleiterin gefeiert. Das war ganz lustig, weil alle spontan zu tanzen begonnen haben.
    Danach sollte das Haus von den ganzen Lehrern, Voluntarios und einigen Schuelern aufgeraeumt und entruempelt werden. Das ging aber leider ziemlich unorganisiert vor sich. Elisa und ich sollten dann schliesslich eine Raum entruempeln, der wohl frueher mal als Baeckerei(-werkstatt) gedient hat. Das war ne ziemlich fiese Arbeit. Wir haben z.B. eine tote Maus und ziemlich viele Krabbeltiere gefunden. Wir wussten auch nicht so genau, was wir nun wegschmeissen koennen und was noch gebraucht wird... Immerhin haben wir uns dabei ein bisschen besser kennen gelernt.

    Uff...;-) Ich hoffe ihr habt bis zum Schluss ausgehalten! Freu mich darauf, von euch zu hoeren!
    Was gibts neues aus der Heimat???
    Wuensch euch alles Gute!! Bis bald
    Julia

  • Die ersten Eindrücke

    Die Familie

    Meine Gastfamilie ist quasi ein reiner Frauenhaushalt. Das ist nicht die typische Familienkonstellation, aber man kommt tatsaechlich ganz gut ohne Maenner klar;-) Das ist sehr harmonisch hier. Das “Familienoberhaupt” ist die 97-jaehrige Señora Pilar. Zwei ihrer Toechter, Melva und Maria, sowie eine Enkelin Silvia, wohnen mit im Haus. Ausserdem zwei Haushaelterinnen, Señora Hilda und Jessica (17 Jahre). Die Familie ist jedoch sehr gross und tagsueber geht es hier zu, wie im Taubenschlag... Am Anfang hat ich ueberhaupt keinen Ueberblick, aber mittlerweile gehts.

    Das hier momentan so viel los ist liegt auch daran, dass es Melvas Mutter zur Zeit nicht sehr gut geht und alle staendig kommen um nach ihr zu sehen. Das ist schon sehr ruehrend, wie sich alle um sie kuemmern, die ruestige Omi...

    Das Essen schmeckt mir auch ganz gut. Es gibt jeden Mittag Suppe und einen Hauptgang. Es wird mit ziemlich viel Aufwand gekocht. Also, ich falle bestimmt nicht vom Fleisch, (aber das war wohl Mamas geringste Sorge;-) Es gibt hier eine riesige Auswahl an Obst und Gemuese, aber kaum verschiedene Brotsorten. Das vermisse ich ein wenig. Die Peruaner sind sehr stolz auf ihre Kueche und fragen auch staendig ob es schmeckt. Da hat man eventuell ein Problem, wenn es nicht schmeckt, aber bis jetzt war alles zumindest annehmbar, also sehr lecker;-) Bis jetzt habe ich selbst noch nicht gekocht, aber da komm ich wohl nicht drum herum, die Haushaelterinnen fragen schon immer...

    Meine Arbeit
    Ich arbeite vormittags von acht bis halb zwei in der Gehoerlosenschule Cpal. Die Kinder dort sind allerdings nicht voellig gehoerlos. Sie haben alle Hoergeraete, und man kann sich mehr oder weniger normal mit ihnen verstaendigen. Ich muss also keine Zeichensprache lernen! Die Kinder sind allerdings sehr laut und schreien oft rum, weil sie sich selbst nicht so laut hoeren. Das ist ganz schoen anstrengend auf Dauer...

    Sie sind zwischen fuenf und sechs Jahre alt.

    Viele von ihnen sprechen, wegen ihrer Behinderung noch sehr wenig in ganzen Saetzen, haben eine schlechte Aussprache und ihr Wortschatz ist begrenzt. In einer Gruppe ist ein Junge, der erst seit gut einem Jahr (nach einer Operation) ueberhaupt etwas hoert. Das ist natuerlich noch sehr schwierig, den versteht man kaum.

    Ich spiele daher oft Spiele mit den Kindern, bei denen sie moeglichst viel reden sollen. D. h. Ich frage sie alles, was mir so einfaellt und versuche einen zusammenhaengenden Satz aus ihnen ihnen herauszuquetschen.

    Ausserdem gibt es “Vokabelkarten”. Das sind Karten auf denen verschiedene Dinge abgebildet sind (Tiere, Gegenstaende usw.) Die Kinder muessen dann eben sagen was sie sehen. Nach ein paar Wochen haben sie viele Begriffe wieder vergessen...

    Im Moment hab ich nachmittags frei. Ab diese Woche werde ich dienstags und donnerstags in einem zweiten Projekt arbeiten. Dabei handelt es sich um ein Haus, in dem junge Frauen, ehemalige Prostituierte, einen Beruf erlernen. Sie bringen ihre Kinder mit in dieses Haus, wenn sie keine andere Moeglichkeit haben. Ich werde mich mit den Kindern beschaeftigen. Am Wochenende habe ich ein bisschen Material dafuer gekauft. Die Kinder haben naemlich so gut wie kein Spielzeug und langweilen sich natuerlich. Bin mal sehr gespannt, morgen gehts los;-)

    Die Stadt

    Lima ist natuerlich ein bisschen groesser als mein kleines, knuddeliges Heimatdoerfchen. Hier leben ca. 8 Millionen Menschen. Da Peru ein armes Land ist und die Regierung sich nicht zu sehr mit Ruhm bekleckert, sind hier viele Dinge etwas unorganisiert, um nicht zu sagen, ziemlich chaotisch... Zum Beispiel laeuft der ganze Verkehr nur ueber die Strasse. Es gibt keine Zug-, oder Strassenbahnverbindungen. Dadurch ist immer sehr viel Verkehr. Es gibt auch kein organisiertes Busnetz, wie in deutschen Staedten. Der oeffentliche Verkehr wird hauptsaechlich durch Kleinbusse “Kombis” geregelt. Wenn man mitfahren moechte stellt man sich an den Strassenrand und wartet bis einer kommt, dann fragt man wo er hinfaehrt und steigt gegebenenfalls ein.

    Zebrastreifen werden grundsaetzlich ignoriert. Als Fussgaenger muss man schon verdammt aufpassen. Nicht nur auf die Autos, sondern auch, wo man hintritt. In der Strasse sind oft riesige Schlagloecher. Es gibt jedoch riesige Unterschiede zwischen den einzelnen Vierteln. Waehrend die armen Viertel sehr schmutzig sind (dort liegt sehr viel Muell auf der Strasse), werden die staedtischen Gruenanlagen in meinem Viertel tadellos gepflegt. Man sieht eben in allem die soziale Ungleichheit...

    In einem meiner Reisefuehrer beginnt das Kapitel ueber die Stadt mit der Ueberschrift “Lima- Die Schreckliche” Was den Verkehr betrifft stimme ich dem auf jedenfall zu.

    Ein bisschen bloed ist auch der Nebel, der waehrend des Winters staendig ueber der Stadt haengt. Die Sicht ist sehr truebe.

    Aber “Die Schreckliche” hat natuerlich auch ihre gute Seite. Der grosse Vorteil dem Landleben gegenueber ist natuerlich, dass man alles quasi direkt vor der Haustuer hat.

    In der Altstadt gibt es einige schoene alte Haeuser und die Kirchen sind auch sehr aufwaendig und schoen gemacht. Am Sonntag war ich in der Kathedrale zu einer Messe. Die Kathedrale wurde von den Spaniern erbaut, die im 16. Jhd. kamen und mit der Eroberung den katholischen Glauben herbrachten. Daher unterscheiden sich die Kirchen und auch die Messe nicht wesentlich von dem was wir kennen.Die “Plaza Mayor” ist auch sehr schoen. In der Mitte des Platzes steht ein grosser Springbrunnen. Dieser wird einmal im Jahr mit Pisco gefuellt (peruanisches Nationalgetraenk, sehr leckerJ) und die Leute kommen und trinken daraus. Den deutschen Hygienevorstellungen entspricht das natuerlich nicht so ganz... In Peru sieht man das nicht so eng...

    Die Jugenlichen mit denen ich so rede beklagen sich jedoch auch, dass kulturell zu wenig aus der Stadt gemacht wird. Sie sind von der derzeitigen Regierung nicht sehr ueberzeugt. Ich war bis jetzt noch in keinem Museum o.a., aber ich glaube es gibt auch nicht so viele, die sehenswert sind.

    Am Wochenende ist schon einiges gebacken. Was mir sehr gut gefaellt ist, dass hier sehr viel getanzt wird. Sogar die meisten Maenner tanzen!!! Die Musik (Reggea HipHop, Latino Pop) macht gute Stimmung. Aus finanziellen Gruenden wird relativ wenig getrunken. Alkohol ist ziemlich teuer...

    Sicherheit

    In meinem Viertel, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit fuehle ich mich mittlerweile sehr sicher. In diesem Viertel gibt es auch sehr viel Security. In Lima gibt es einen oeffentlichen Sicherheitsdienst. Darueber hinaus gibt es in den meisten Strassen, wo relativ wohlhabende Leute wohnen, einen Waechter, der von den Anwohnern privat bezahlt wird. Bislang ist mir noch nichts passiert und ich hab auch noch nichts beobachtet, aber man sagt mir natuerlich staendig, dass ich aufpassen muss. Geld transportiert man besser in verschiedenen Hosen- und Jackentaschen am Koerper. Handtaschen sind quasi ne Einladung, fuer die “roteros”.

    Meine Familie und Freunde sind aber auch immer sehr besorgt, nachts werde ich immer bis vor die Haustuer gefahren, auch wenn es nur 150m sind (wie am Samstag, da war ich einen Block weiter auf ner Privatparty).

    So, das wars erst mal;-)

    Bis dann, eure Jule

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